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Borreliose (Serie Zecken)

Bisse von Zecken sind vor allem deshalb gefährlich, weil auf diesem Weg diverse Krankheiten übertragen werden können. So kann in der Folge von Zeckenbissen zum Beispiel Borreliose auftreten. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche Infektionen, die alle von Bakterien aus der Gattung der Borrelia verursacht werden. In der Umgangssprache nennt man die Bakterien auch Borrelien. Bekannt ist die häufigste Form der Erkrankung auch unter den Begriffen „Lyme-Borreliose“ oder auch „Lyme-Krankheit“.

Da sich Borreliose durch eine Vielzahl von Symptomen auszeichnet, ist es selbst für Ärzte nicht ganz einfach, sie zu erkennen. Dazu kommt, dass die typischen Beschwerden sehr stark zeitversetzt auftreten können. So kann es bei einem der sichersten Anzeichen für Borreliose, der sogenannten Wanderröte, bis zu mehreren Wochen dauern, bis sie sich manifestiert. In manchen Fällen dauert es noch deutlich länger, bis die Krankheit wirklich ausbricht und echte Symptome zeigt. Es ist zwar möglich, das Blut eines potenziell Betroffenen auf Abwehrkörper zu testen, doch auch hier gibt es Schwierigkeiten: Erstens lassen sich diese Abwehrkörper erst nach einer gewissen Zeit im Blut feststellen, ein prophylaktischer Test direkt nach einem Zeckenbiss würde daher zur Diagnose nichts nützen. Zweitens können sich Antikörper gegen die Borrelien auch bei gesunden Menschen feststellen lassen, die überhaupt nicht an Borreliose leiden.

Ein weiteres Problem stellt sich durch die Symptome der Borreliose selbst. Diese sind nicht absolut eindeutig und könnten auch andere Ursachen haben. Vor allem zu Beginn der Erkrankung kommt es zu unverhältnismäßiger Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Symptomen, die an eine Grippe erinnern. Fieber und Kopfschmerzen sind ebenso mögliche Anzeichen wie Muskel- und Gliederschmerzen. All diese Dinge können auch andere Ursachen haben. Das typischste Symptom für die Infektion stellt die Wanderröte dar: Um die Stelle herum, an der die Zecke zugebissen hat, ist die Haut gerötet, es kann auch zu Schwellungen der Lymphknoten im Umfeld des Zeckenbisses kommen.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung können sowohl diese ersten Symptome immer wieder schubweise auftreten, als auch weitere Anzeichen dazukommen und sich verschlimmern. Dazu zählen Entzündungen oder, vor allem im Gesicht, Lähmungen der Nerven. Auch Hirnhautentzündungen oder Schwellungen der Gelenke können spätere Nachwirkungen von Borreliose sein. Rötungen am ganzen Körper sind ebenfalls möglich.

Unbehandelt ist eine Borreliose im schlimmsten Falle lebensgefährlich. Durch die Schwierigkeit, sie sicher zu erkennen und zu diagnostizieren, gibt es aber immer wieder Fälle, in denen die Erkrankung unbehandelt bleibt und schließlich sogar chronisch werden kann. Behandelbar ist sie dann nicht mehr. Stattdessen treten schubweise Symptome auf, auch Entzündungen der Gelenke können in diesem Stadium der Krankheit vorkommen, die Sinnesorgane können ebenfalls beeinträchtigt werden. Da die Lyme-Borreliose auf ganz unterschiedliche Organe übergreifen kann, besteht auch die Gefahr der Neuro-Borreliose, die das Nervensystem angreift.

Borreliose ist also sehr gefährlich und nicht zu unterschätzen. Die besten Chancen einer Heilung ohne Spätfolgen hat man ganz zu Beginn der Infektion. Einen Zeckenbiss genau zu beobachten, auch noch eine Weile danach, ist daher eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Wenn nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auftreten, sollte man in jedem Fall zur Sicherheit zum Arzt gehen, dasselbe gilt bei Auftreten der Wanderröte. Hier wird in aller Regel bereits eine Behandlung mit Antibiotika eingeleitet, da die Wanderröte das eindeutigste Anzeichen der Infektion ist.

Auch allgemein ist es sinnvoll, bei starker Müdigkeit und grippeähnlichen Symptomen, ohne dass man hustet oder niest, und bei Gelenkschmerzen ohne nachvollziehbare Ursache über die Möglichkeit einer Infektion nachzudenken. Gerade wer sich sehr viel im Freien aufhält, hat ein höheres Risiko, doch einmal von einer Zecke gebissen zu werden. Doch es kann auch passieren, dass Haustiere die Blutsauger in die Wohnung gebracht haben. Möglich ist auch, dass die Zecke unbemerkt zugebissen hat oder dass der Biss schon einige Wochen her ist. Beim Verdacht auf Borreliose geht man daher besser einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig, auch wenn man sich nicht konkret an einen Zeckenbiss erinnern kann.

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